IVM-Whitepaper

 

Network Slices - Das Ende der Netzneutralität (Markus Dod)

Bereits heute ist klar, dass die fünfte Mobilfunkgeneration (5G), deren Marktreife um das Jahr 2020 erwartet wird, eine ganze Reihe von neuen Anwendungen ermöglichen wird. Eine Schlüsselkomponente und -innovation der 5G-Technologie stellen die sogenannten Network Slices dar. Erst mit ihrer Hilfe wird es möglich sein, die sehr verschiedenen Anforderungen, die unterschiedliche Anwendungen an das Netz stellen werden, zu erfüllen. Die Network Slices werden dabei in der aktuellen Diskussion immer als Widerspruch zum Konzept der Netzneutralität angesehen. In diesem Whitepaper wird ein kurzer Überblick über Network Slices und Netzneutralität gegeben sowie eine Vereinbarkeit beider Konzepte diskutiert.

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Das Mobilitätsunternehmen - Primärer Akteur in der neuen Mobilitätswelt? (Marco Rehme, Stefan Richter)

Glaubt man den Voraussagen der Mobilitäts-, Verkehrs- und Zukunftsforscher, aber auch den Verlautbarungen  der  Industrie,  so  stehen  wir  unmittelbar  vor  einem  neuen  Zeitalter  der  Mobilität.  Ein  zentrales Charakteristikum  dieser  neuen Epoche  sei  der  Bedeutungsverlust traditioneller  Geschäftsmodelle  angesichts der Herausbildung und Etablierung einer neuen Marktrolle − der eines integrierten Dienstleisters für Mobilitätsbedürfnisse. Alle großen Fahrzeughersteller verkünden derzeit, zukünftig nicht mehr nur Autos zu bauen, sondern führender Mobilitätsdienstleister zu sein. Die dahinter liegenden  Überlegungen sind nicht neu und fließen bereits seit längerem in die strategische Ausrichtung und  Weiterentwicklung der Automobilkonzerne ein. Doch mittlerweile stehen auch viele neue Wettbewerber − ob die IT-Giganten aus dem Silicon Valley, innovative Start-Ups oder auch klassische Verkehrsbetriebe − in den Startlöchern, um sich  als  vielseitiges  Mobilitätsunternehmen  ein  großes  Stück  vom  Kuchen  des  zukünftigen  Mobilitätsmarktes zu sichern. Momentan ist noch weitgehend offen, welche Elemente das Geschäftsmodell erfolgreicher Mobilitätsunternehmen konkret beinhalten wird, wie weitreichend die Folgen des Aufkommens dieser neuen Marktakteure sein werden und wer zu den Gewinnern und Verlierern gehören wird. Es zeichnet sich aber deutlich ab, dass es künftig eine attraktive Position in der Wertschöpfungskette für Systemintegratoren  geben  wird,  die  aus  einzelnen  Produkten  und  Dienstleistungen  umfassende  Mobilitätslösungen schnüren.

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Potentiale der Car2X-Infrastruktur - Random Broadcasting und die Vorteile der Vernetzung (Markus Dod, Sara Kischnick)

Die Vernetzung von Fahrzeugen miteinander und mit der Infrastruktur bietet vielfältige Möglichkeiten, die Sicherheit und den Komfort im Verkehr zukünftig merklich zu erhöhen. Auf dem Weg zum vernetzten Fahren sind aber auch einige technische Fragestellungen zu klären. Dies betrifft zum Beispiel die Verbreitung von Informationen mittels Broadcasting. Dazu wird in diesem Whitepaper das Random Broadcasting mit Hilfe von Simulationen untersucht. Eine mögliche Anwendung für Broadcast-Übertragungen ist die Übermittlung der Schaltzeiten von Lichtsignalanlagen. Fahrzeuge, die diese Informationen erhalten, können ihre Geschwindigkeit an die Lichtsignalphasen anpassen. Auf diese Weise kann der Verkehrsfluss erhöht werden. Mit den Daten der vernetzten Fahrzeuge können die Lichtsignalanlagen außerdem ihre Schaltphasen dynamisch an die jeweilige Verkehrsdichte anpassen.

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Fahren ohne Privatsphäre - Vernetztes Fahren im Post-Privacy-Zeitalter (Markus Dod, Saskia Ramm)

In Zeiten von Facebook, Twitter und Co. nimmt das Bewusstsein für Datenschutz in der jüngeren Generation immer mehr ab. Die Einstellung der Menschen in Bezug auf den Umgang mit persönlichen Daten zeigt sich deutlich bei der Nutzung des Internets. Eine ganze Reihe von Nutzern geht im Internet vollkommen unbesorgt und leichtsinnig mit den eigenen Daten um. Im Gegensatz dazu gilt beim vernetzten Fahren die Datenschutzproblematik als eines der größten Handlungsfelder und Hemmnisse. Die Politik und verschiedene Interessenverbände setzen sich für eine stärkere Berücksichtigung des Datenschutzes ein. Aber wollen das die Bürger überhaupt? Genießen sie nicht jetzt schon den Mehrwert, welchen Dienste wie WhatsApp bieten und nehmen dabei Datensammlung und -auswertung in Kauf? Inwieweit ist im Moment das aktuelle Datenschutzrecht der Bundesrepublik Deutschland überhaupt geeignet und fähig, Datenschutzfragen im Rahmen des vernetzten Fahrens konkret zu beantworten?

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(Marco Rehme)

Wird den Menschen das Autofahren bald verboten? Diese Frage hat der Gründer und Visionär Elon Musk, CEO des Elektroautoherstellers Tesla Motors, im Frühjahr 2015 auf einer Entwicklerkonferenz aufgeworfen. Wenn man seinen Vorhersagen Glauben schenkt, könnte zukünftigen Generationen das Lenken von Fahrzeugen bald genauso fremd sein wie uns heute das Reisen in der Postkutsche. Musks Aussage “You can‘t have a person driving a two-tonne death machine” offenbart einen wesentlichen Treiber der zunehmenden Fahrzeugautomatisierung: das Sicherheitsrisiko Mensch. In der Tat sind dessen Fehlverhalten, Überforderung und mangelndes Reaktionsvermögen die Hauptursachen von Verkehrsunfällen. Automatisierte Systeme versprechen eine wesentlich höhere Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit beim Treffen richtiger Entscheidungen in kurzer Zeit. Sie werfen aber auch viele neue und bisher unbeantwortete Fragen auf, die eine klare Antwort auf die eingangs gestellte Frage erschweren. Noch sieht die Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968 für jedes Fahrzeug zwingend einen Fahrer vor. Dass diese Vorstellung womöglich ein überkommenes Denken widerspiegelt, zeigen historische Beispiele. Thomas Watson, CEO von IBM, soll 1943 gesagt haben, er schätze den Weltmarkt für Computer auf fünf Stück. Gottlieb Daimler, einer der Erfinder des Automobils, war der Überzeugung, die weltweite Nachfrage nach Autos wird eine Million nicht überschreiten – aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.